Was mal gesagt werden muss

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Da wir am Wochenende einige verzogene Gesichter gesehen haben, weil wir gen Abend einige Menüpunkte gestrichen oder abgeändert haben, hier etwas, das uns auf dem Herzen liegt:

Wir vermeiden Reste. Ist am Ende des Tages die Auslage leer, dann ist das so. Lebensmittel sind zum essen da und wir tun unser Bestes, so wenig Lebensmittel-Reste wie möglich anfallen zu lassen. Das gilt nicht nur bei der Vorbereitungs-Arbeit in der Küche, sondern auch für die Kalkulation von Veranstaltungen.

Klar hat das auch wirtschaftliche Gründe, aber in erster Linie wollen wir eins nicht: Dass Lebensmittel im Müll landen. Denn jedes Teil, dass auf unsere – und jeden anderen – Teller kommt, hat seinen Wert. Wir, der Bauer, die Molkerei, die Kuh, selbst der Acker, haben in jedes Produkt Mühe, Zeit und Ressourcen gesteckt, bis es mundgerecht auf deinem Teller landet. Jedes Teil, dass in der Tonne landet, ist ein Mit-Füßen-Treten dieser Arbeit.

Warum kann es passieren, dass ihr zu wenig vorbereitet habt?
Es ist eine unheimliche Herausforderung so eine Veranstaltung zu kalkulieren: Wie viele Menschen werden erwartet? Wie sieht die Konkurrenz aus? Wie sind die Geschmäcker der Leute? Wird das Wetter gut? Ist es zu heiß? Wird es regnen? …
Wir haben gelernt: Menschenmengen sind unheimlich schwer im Voraus einzuschätzen. Jede Veranstaltung tickt für sich ein bisschen anders. Letztendlich hilft nur Erfahrung – was läuft hier gut, was schlecht? Nächstes Jahr wissen wir’s.

Warum kauft ihr nicht einfach nach?
Wir haben das Glück so tolle Bauern zu haben, die auch Sonntag morgens um 5:30 auf Anrufe reagieren und Käse für uns bereit stellen. Trotzdem ist es nicht immer machbar, von einem Tag zum nächsten das Angebot wieder aufzufüllen. Denn wir verkaufen keine Convenience Produkte. Unsere Arbeit ist nicht damit getan, dass wir zur Metro fahren und den Kofferraum voll laden, sondern jedes Teil, dass über unseren Tresen geht, ging vorher auch durch unsere Küche. Nachproduzieren heißt für uns also Nachtschichten schieben – meist nach 16-Stunden-Tagen. Wir tun unser Allerbestes und lieben, was wir tun, aber manchmal ist das einfach nicht möglich.

Wenn am Ende des Tages unsere Auslage also nicht mehr genau so aussieht, wie am Anfang, dann könnt ihr uns glauben: Das ist kein böser Wille, sondern Teil unserer Philosophie. Wenn ihr also das nächste Mal das orangene Tape auf unserer Tafel seht, verzieht nicht das Gesicht, sondern freut euch für uns, dass es so gut lief.


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